Förderung einer neuen Kultur der Stille und des Hörens durch Vorträge, Workshops und Klangaktionen. 

 

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Konzerteinführungen, musikalische Exkursionen und Studienreisen für kleine Gruppen. 

 

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Vermittlung von profundem Wissen über Musik durch Vorträge und Seminare.

 

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Gestaltung von Symposien, Vortragsreihen, Konzertprogrammen und Ausstellungen zur musik- und kulturgeschichtlichen Themen.

 

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Verfassung von Texten für Programmhefte, Zeitschriften und Rundfunkveranstalter.

 

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Gestaltung und Organisation von Klang-Aktionen

(u.a. mit Einbeziehung von Instrumenten, Stimmen, Obertonchören, Drone-Orchestern, Klanglandschaften).

 

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Veranstaltung von "Hörritualen" und "Sound Walks".

 

 

UNSERE THEMEN

 

* Was heißt Hören? Die Kunst des achtsamen Hörens 

* Klangökologie

* "Vom Hören der Welt" vs. "Musikhören" ("Hörritualen")

* Obertongesang zwischen Osten und Westen

* Der Klang - als Kosmos an sich

* Die Stille

* Der Mythos der Sphärenharmonie von der Antike bis heute

* Musik und Weltentstehung (bzw. Musik und Kosmogonie)

* Musik und Eros

* Die Tradition der "spekulativen Musik" (musica als speculum,

   Musik als "Spiegel der Welt")

* Klangarchetypen

* Klangsymbole

* Musik und Mythos

* Musik und Märchen

* Musik und Ritual

* Musik und Natur

* Musik und Elemente

* Musik und Mystik

* Musik und Ontologie

* Musik und Katharsis (über die therapeutische Wirkung der  

   Musik)

* Empirische Erforschung von verschiedenen Stimmungssystemen

* Symbolik der Musikinstrumente

* Musikalische Ikonographie

* Die Schriften von Marius Schneider

* Traditionelle Musik aus verschiedenen Kulturen

* Armenische  Musik

* Komponisten aus Osteuropa 

* Russische Musik

* Georges I. Gurdjieff und die Musik

* Religion und Philosophie in den Musikdramen von Richard        

   Wagner

* Der "Faust-Mythos" in der Musik

* Anton Bruckner und Meister Eckhart

 

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Die Kunst zu hören. Tagesworkshop für achtsames Hören

geleitet von Dr. phil. Leopoldo Siano und Shushan Hyusnunts-Siano

10:00 – 13:00 und 14:00 – 17:00

In einer Zeit voller Lärm, in der Klänge am heftigsten missbraucht werden und die Musik von den meisten als bloße Unterhaltung oder noch schlimmer als triviale Klangberieselung verstanden wird, ist die Förderung einer neuen Kultur der Stille und des achtsamen Hörens äußerst notwendig.

In diesem Workshop werden wir uns intensiv dem Hören widmen. Durch verschiedene Hörübungen werden wir zuerst unseren Körper und unseren Geist zur Ruhe bringen, damit unsere Wahrnehmung der akustischen Umgebung verschärft wird, um dann zu lernen, wahrhaftig Kunstmusik zu erleben.

 

 

Im Inneren des Klangs: Intensivworkshop für Obertongesang

geleitet von Dr. phil. Leopoldo Siano

10:00 – 13:00 und 14:00 – 17 Uhr

Jeder einzelne Ton ist ein Kosmos an sich. Paradoxerweise sind in jedem Ton unendlich viele Töne enthalten. Nicht jeder Mensch ist sich des Innenlebens des Klangs bewusst. Erst durch die Kunst des Verweilens bei einem lang ausgehaltenen Grundton beginnt man kristallene, engelhafte, leuchtende Töne wahrzunehmen, die sogenannten „Obertöne“: durch die eigene Stimme werden sie hörbar und fühlbar.

Wenn man Obertöne bewusst zu hören bekommt, fällt es einem wie Schuppen von den Ohren: man entdeckt die Innenwelt des Tones als Verkörperung eines universellen Gesetzes aller Schwingung – man hört Obertöne nicht nur in der eigenen Stimme, sondern überall in der akustischen Umwelt („Schläft ein Lied in allen Dingen“, sagte Joseph von Eichendorff).

Das Wissen um die Obertonreihe ist wahrscheinlich so alt wie das Musikmachen. Allerdings sind Obertöne auch für professionelle Musiker meistens nur eine theoretische Angelegenheit der Akustik.

In diesem Workshop werden wir in einer meditativen Atmosphäre die Wunder der Obertonreihe am eigenen Leibe erleben, durch den gesungenen Ton. Dabei wird man einfache Vokaltechniken erlernen, um Obertöne implizit und explizit zu singen.

Man möchte seinen Ohren nicht trauen: Aus einem Mund kommen gleichzeitig zwei (oder mehrere) Töne! Beim Obertongesang geht es nicht um Virtuosität des Singens, sondern des Hörens (bzw. des „Ganz-Ohr-Seins“). Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Die Harmonie der Sphären: Seit der Antike bis heute

geleitet von Dr. phil. Leopoldo Siano

8 Seminarsitzungen, je 2 Unterrichtsstunden

„Die Idee der Harmonie der Sphären ist etwas Wohlvertrautes und Unbekanntes zugleich“,  schrieb Hans Schavernoch in seinem maßgebenden Buch zum Thema. Dass die Bewegungen von Sternen und Planeten Musik erzeugen, ist eine uralte Idee der abendländischen Kultur, die mindestens seit Pythagoras und Plato nicht aufgehört hat, seine Suggestionskraft auf Philosophen und Künstler auszuüben. Bis zum 17. Jahrhundert (beispielsweise noch im Werk von Johannes Kepler und Athanasius Kircher) war es für Musiktheoretiker eine Selbstverständlichkeit, sich mit der musica mundana (die Musik des Himmels oder Weltenmusik) spekulativ zu beschäftigen. Später wurde doch diese Idee – nicht zuletz infolge der kopernikanischen Wende sprich der Durchsetzung des heliozentrischen Weltbildes – von der Musiktheorie gleichsam verdrängt. Allerdings lebte der Mythos in der Dicht- und Tonkunst weiter.

Was ist mit dem Ausdruck „Sphärenmusik“ eigentlich gemeint? Handelt es sich um eine mit Menschenohren nicht vernehmbare Musik, um einen seelischen Zustand oder lediglich um eine poetische Schwärmerei? In diesem Seminar werden wir versuchen, diese Fragen gemeinsam zu beantworten, indem wir eine faszinierende Reise durch die jahrhundertelange und fesselnde Geschichte dieser Idee nicht nur durch die Lektüre von ausgewählten Zitaten aus Schriften von Philosophen, Dichtern und Naturwissenschaftlern, sondern auch durch das Hörerlebnis von musikalischen Werken, die von ihr inspiriert wurden (von Johann Sebastian Bach bis zu Karlheinz Stockhausen) unternehmen werden.

 

Singende Steine: Musik aus Armenien

geleitet von Shushan Hyusnunts-Siano, M. A.

8 Seminarsitzungen, je 2 Unterrichtsstunden

In diesem Seminar wird die armenische Musikwissenschaftlerin Shushan Hyusnunts-Siano (M.A.) die Teilnehmer durch die vielseitige und faszinierende musikalische Landschaft Armeniens lebhaft begleiten. Nicht zuletzt wegen seiner geographischen Lage ist Armenien bereits seit der Antike ein Treffpunkt verschiedener Kulturtraditionen. Mit Goethe (West-östlicher Divan) könnte man sagen: „Orient und Okzident sind“ in Armenien musikalisch „nicht mehr zu trennen“! Wenn einerseits die archaischen Kirchengesängen ihren Ursprung in der altgriechisch-byzantinischer Melodik haben, enthüllt andererseits die sinnliche und wie ein orientalischer Teppich reich ornamentierte Improvisationskunst der armenischen Troubadouren (der sogenannten Ashughs) eine intime Verwandschaft mit der traditionellen Musik iranischer und arabischer Herkunft. Außerdem entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Kirchen- und Ashughsmusik die urtümliche Volksmusik: Die feurigen Rhythmen der Volkstänze, die elegischen Hirtengesänge und die einprägsamen Wiegenlieder wurden später zur unerschöpflichen Inspirationsquelle für die Begründer der „klassischen Musik“ Armeniens wie Komitas und Spendiarian. Auch in der moderneren Musik des 20. Jahrhunderts – beispielsweise in Werken von Komponisten wie Khachaturian, Babajanyan und Terterian – lebt die wunderbare Dialektik zwischen europäischer und asiatischer Tradition weiter.

Das gemeinsame Hörerlebnis beeindruckender Tonaufnahmen wird der unentbehrliche Ausgangspunkt für diese Einführung in die Geschichte der armenischen Musik sein.

 

Das Dreigestirn der „sowjetischen Musik“: Schostakowitsch, Khachaturian, Prokofiew

geleitet von Shushan Hyusnunts-Siano, M. A.

3 Seminarsitzungen, je 2 Unterrichtsstunden

Dmitri Schostakowitsch, Aram Khachaturyan und Sergej Prokofjew gelten als das musikalische Dreigestirn der Sowjetunion. Man kann sich doch fragen: Inwiefern ist ihre Musik „sowjetisch“?

Im Jahr 1948 wurde die Aufführung ihrer von der sowjetischen Zensur als „entartet“ erklärten Werke in der ganzen Union verboten. Dennoch fanden ihre künstlerische Qualität und kosmopolitische Kraft nicht nur in den sowjetischen Ländern, sondern auch in Europa und in den Vereinigten Staten bald eine breite Anerkennung.

Die symphonischen Werke von Schostakowitsch sind eine tragisch-ironische Widerspiegelung seiner persönlichen Krisen und der historischen Geschehnisse seiner Zeit (siehe zum Beispiel die Sinfonie Nr. 7 Leningrad).

Entstanden durch die geschmeidige Einbeziehung des kaukasischen Melos in klassischen Formen der westlichen Tradition ist die hinreißende Instrumentalmusik Khachaturians ein großes Beispiel musikalischer Interkulturalität.

Die Ballets von Prokofjew (wie Romeo und Julia, Cinderella und Das Märchen von der steinernen Blume) verführen den Hörer in fantastische Welten voll bezaubernder melodischer Gestalten.

In drei Seminarsitzungen werden wir anhand des gemeinsamen Hörens exemplarischer Werke die biographischen Hintergründe und den musikalischen Stil jeder dieser drei bedeutenden Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts, die kulturell zugleich miteinander verwandt und voneinander verschieden waren, kennen lernen.

 

„Keine Angst vor neuen Tönen!“ Eine Reise ins Wunderland der Musik des 20. Jahrhunderts

geleitet von Dr. phil. Leopoldo Siano und Shushan Hyusnunts-Siano, M. A.

8 Seminarsitzungen, je 2 Unterrichtsstunden 

Für die meisten Menschen ist die sogenannte „Neue Musik“ noch heutzutage ein Tabu.

In Wahrheit ist das 20. Jahrhundert die vielfältigste (und wahrscheinlich die reichste) Epoche der Musikgeschichte, die trotzdem allzu wenig bekannt ist. In diesem Jahrhundert haben die verschiedensten Komponisten gelebt: Arvo Pärt und Pierre Boulez, Philip Glass und Arnold Schönberg, Karlheinz Stockhausen und Dimitri Shostakowich, Igor Strawinsky und Iannis Xenakis, Charles Ives und Sergei Rachmaninow, Brian Ferneyhough und Morton Feldman, Béla Bartók und Giacinto Scelsi et cetera.

Durch das gemeinsame Hörerlebnis von ausgewählten Werken werden wir in diesem Kurs den wundervollen Raum der Kunstmusik des 20. Jahrhunderts nach und nach erkunden.

 

Sound Walks – Phonosophische Spaziergänge

geleitet von Dr. phil. Leopoldo Siano und Shushan Hyusnunts-Siano, M. A.

Dauer: ca 2 Stunden

Der Begriff „Sound Walk“ wurde zuerst von R. Murray Schafer in den 1970er Jahren verwendet. Damit meinte er eine Wanderung durch Klanglandschaften, um das akustische Bewusstsein der Menschen zu sensibilisieren. Die meisten Menschen hören ohne zu (zu)hören. Indem man achtsam hört, nimmt man die Umgebung als ein Wunderreich war. Es geht um die Geburt eines neuen (akustischen) Bewusstseins.

Durch Hörhinweise und die Vorlesung von kurzen poetisch-philosophischen Zitaten über die Stille und die Natur werden die Teilnehmer während dieser Wanderung durch besondere Hörorte geführt. 

Das Ohr ist das Tor zu einer tieferen Erkenntnis der Welt und von sich selbst.